Robert Schlune wird Jakobuskönig 2023

von | 28. Juli 2023 | Gesellschaft

Die Neusser Scheibenschützen-Gesellschaft feiert ihren Patronatstag.

5.15 Uhr
Die Route des Schievemann 2023 
9.10 Uhr
Sektempfang des scheidenden Jakobuskönig Rainer Göttges
11.30 Uhr
Morgenfeier im Forum der Sparkasse Neuss.
18.30 Uhr
Bekanntgabe der Gewinner durch Baptist Müller-Loevenich.
ca. 22.00 Uhr
Es darf getanzt werden!

Fragt man Chat GPT nach Beispielen für drei glückliche Ereignisse innerhalb eines Jahres, erhält man skurrile, teils fragwürdige Ergebnisse. Für das Jahr 1997 beispielsweise gibt die künstliche Intelligenz die Veröffentlichung des ersten Harry Potter Buchs, die Einführung des Kyoto-Protokolls sowie die Übergabe Hongkongs an China an.

Würde man Oberschützenmeister Robert Schlune fragen, würde er für das Jahr 2023 bestimmt seinen 60. Geburtstag, die Feierlichkeiten zum 200. Jubiläum des Neusser-Bürgerschützen-Verein und den Patronatstag unserer Gesellschaft nennen, denn dieser wird uns und ganz besonders ihm in glücklicher Erinnerung bleiben. 

Der Morgen des 25. Juli 2023 begann für die zu diesem Zeitpunkt noch amtierende Majestät Rainer Göttges, Oberschützenmeister Robert Schlune sowie weitere neun Mitglieder, mit dem lauten Wecken durch den Schievemann – Inhaber eines traditionsreichen Amtes, für das sich – glücklicherweise – nach mehreren Jahren mit Adrian Jung wieder ein geeigneter Kandidat gefunden hatte. Es mutet wie ein Anachronismus an, daß der grüngewandete und mit altertümlicher Glocke und Hirschfänger ausgestattete Schievemann seine zeitlich-sportliche Aufgabe heute nur mit Hilfe moderner Navigationssysteme bewerkstelligen kann, denn die Schützenbrüder leben weit verteilt über das Neusser Stadtgebiet. 

Geführt von Michael-Franz Breuer trafen sich zur gleichen Zeit einige unserer Schützenbrüder am Neusser Hauptfriedhof, um an den Ruhestätten der seit dem letzten Jakobusfest verstorbenen Schützenbrüder eine weiße Nelke niederzulegen und ihrer in Andacht und mit stillem Gebet zu gedenken. 

Der Vormittag

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen versammelten sich um 9.00 Uhr die Scheibenschützen im Zeughaus zu einem Sektempfang seiner scheidenden Majestät Rainer Göttges, um danach gemeinsam die Messe in St. Quirin zu besuchen. Unterstützt von Oberpfarrer Andreas Süß wurde der Gottesdienst von Präses Monsignore Robert Kleine geführt, welchem es wie immer gelang, mit einer berührenden wie mitreißenden Predigt dem Jakobustag einen würdevollen Start zu verleihen und die Bruderschaft auf ihr Fest einzustimmen. Danach versammelten sich die Schützenbrüder für das Gedenken an ihre im letzten Jahr Verstorbenen an der Statue des Heiligen Jakobus.

Unter der musikalischen Begleitung des Musikverein Holzheim ging es dann in Marschordnung zur Morgenfeier in das Sparkassenforum. Für ihre 25-jährige Mitgliedschaft in der Gesellschaft und somit auch im Deutschen und Rheinischen Schützenbund, sowie im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, wurden Monsignore Robert Kleine und Axel Klingner geehrt. Weitere Jubilare waren Klaus Seeberger für 40 Jahre, sowie Dr. Heinz Günther Hüsch für 60 Jahre Treue. 

Robert Schlune, Michael Lieven, Carsten Roether, Christian Schwarzfeller und Bernd Jankowski erhielten für ihren verdienstvollen Einsatz für die Bruderschaft eine Auszeichnung durch den Rheinischen Schützenbund. Die Ehrungen verlieh Günter Ludwigs, erster Vorsitzender des Schützenkreises Neuss, erstmalig begleitet von Tobias Urbach, dem Geschäftsführer des Schützenkreises.

Die Auszeichnungen für Verdienste durch den Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurden vom 2. Bezirksbrudermeister Jörn Neßlinger verliehen. Steffen Roether erhielt das silberne Verdienstkreuz für seinen jahrelangen und verdienstvollen Einsatz für die Jungschützen der Gesellschaft. Michael-Franz Breuer wurde für seinen jahrelangen Einsatz in der Zugleitung, sowie sein unermüdliches Engagement sowohl für die Bruderschaft im Allgemeinen, als auch für die Fahnengruppe im Besonderen, der Hohe Bruderschaftsorden verliehen. 

An dieser Stelle einen herzlichen Glückwunsch allen Ausgezeichneten und ein ebenso herzliches Dankeschön für eure Treue zur Gesellschaft und euren Einsatz.

Aber auch ein herzliches Dankeschön an Frau Kornelia Gadde von der Sparkasse Neuss für Ihre Unterstützung bei der Planung und Ausrichtung im Vorfeld der Veranstaltung, sowie dem Team des Hamtorkruges für den Service. 

Der Nachmittag

Angeführt von Schievemann Adrian Jung, der Fahnengruppe und unter den Klängen des Bundes Tambourkorps Novesia 1912 Neuss und des Musikverein Holzeim 1956 e. V., zog die Gesellschaft am frühen Nachmittag zum Scheibenstand, um dort beim dritten Bruderschiessen eines jeden Jahres – dem sogenannten „Zinnschiessen“ – den neuen Jakobuskönig zu ermitteln. Über fünfzig Teilnehmer zahlten ihre Startgebühr und ließen sich bei Schützenmeister Alexander Schlune für den Wettkampf registrieren. Darunter waren Wettbewerber mit sehr ernsten und seit Jahren gehegten Ambitionen auf die Würde des Jakobuskönig. Es gab auch Schützenbrüder, welche sich bereits nach einer glücklichen Zehn als unverhoffte Sieger wähnten. Es gab aber auch jene, welche den ambitionierteren Schützenbrüdern gerne den Vortritt ließen und über Kimme und Korn den Sandsack suchten. 

Auch wenn sich die Schießleitung, vertreten durch Joachim Pesch, Stephan „Hasi“ Vetten, Michael Lieven und Thomas Heyers lange in Schweigen hüllte, so häuften sich mit Fortschreiten des Wettbewerbes die Gerüchte. Jedoch spätestens zu dem Zeitpunkt, als der bis dahin stellvertretende Oberschützenmeister Baptist Müller-Loevenich die Versammlung zur Bekanntgabe der Ergebnisse in den Saal rief war klar, daß Robert Schlune die hohe Würde des Jakobuskönig 2023 erlangt hatte. 

Sichtlich hoch erfreut wurde Robert Schlune unter dem Jubel der Anwesenden in den Saal getragen und nahm tief gerührt seine Proklamation als Jakobuskönig durch Baptist Müller-Loevenich entgegen, welche seit Jahren nicht nur ihr gemeinsamer Einsatz für die Neusser Scheibenschützen verbindet, sondern auch eine innige Freundschaft. Für die Dauer seines Königsjahres übergab Robert Schlune das Amt des Oberschützenmeisters an Baptist Müller-Loevenich. Und so ist es ein weiterer Glücksfall nicht nur für Robert Schlune, sondern auch für unsere Gesellschaft, das Amt des Oberschützenmeisters für ein Jahr in sehr guten und treuen Händen zu wissen. 

Thomas Meisen erlangte mit einem ebenfalls großartigen Schiessergebnis von 6 – 8 – 10 die Würde des Vizekönigs. Armin Grolms sicherte sich mit einer glatten 10 beim besten vierten Einzelschuss den Ferkespank. Der Dr.-Hermann-Josef-Kallen-Pokal ging an Stephan Vetten mit einer Gesamtzahl von 26 Ringen.

Ebenfalls großartige 26 Ringe schoss Simon Pelzer bei dem Wettbewerb der Jugend. Er ist somit unser aktueller Schülerprinz und Gewinner des Sebastian-Schlune-Gedächtnispokal. 

Allen Gewinnern einen herzlichen Glückwunsch und auch ein herzliches Dankeschön an die Schiessleiter.

Der Abend

Erneut angeführt von Schievemann und Fahnengruppe, sowie unter den Klängen des Bundes Tambourkorps Novesia und des Musikverein Holzeim, führte der Umzug durch das Neusser Obertor und über den Markt zurück zum Zeughaus, wo unsere neue Majestät unter dem Beifall unserer Damen und der geladenen Ehrengäste herzlich empfangen wurde. Erneut übernahm Baptist Müller-Loevenich die Rolle des Festredners. Weder das Protokoll, noch sein Festhalten am Redemanuskript konnten verheimlichen, wie sehr er sich für Robert Schlune freute. Es war die Ihm eigene locker-freundliche Art, welche dem würdevollen Rahmen eine besondere Fröhlichkeit verlieh, die alle Anwesenden ergriff und bis in die frühen Morgenstunden anhalten sollte. 

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