Der Dienstagskreis
Zusätzlich zu den vielen Veranstaltungen, die Gesellschaft und Zug anbieten, gibt es noch ein wöchentlich stattfindendes Treffen für die Mitglieder: der Dienstagskreis. Nachdem der Schießstand 1953 nach vielen Problemen und Mühen wiedereröffnet werden konnte, hatte Willy Nehr, der damalige Schützenmeister für das Schießwesen, die Idee, ein regelmäßig stattfindendes, offenes Schießtraining anzubieten. Und seit 1954 gibt es nun das Angebot an die Mitglieder, sich an jedem Dienstag im Schießen zu üben. Anfangs stand tatsächlich ausschließlich das sportliche Schießen im Vordergrund. Die etwa 15 Schützen, die in den 1950er Jahren regelmäßig zusammenkamen, übten mit großem Ehrgeiz und inszenierten häufig sogar Wettschießen unter den Anwesenden.

Seit 1956 führen die Dienstagsschützen auch das Hubertusschießen durch, das immer am ersten Dienstag nach dem Hubertustag (3. November) stattfindet. Dabei werden bei verschiedenen Schießwettbewerben Wanderpokale und Erinnerungspreise ausgegeben und es wird auch ein Hubertuskönig (nicht zu verwechseln mit dem Korpssieger der St. Hubertus Schützengesellschaft Neuss) ermittelt. Bei diesem Wettbewerb wird auf schwarze Holzplättchen, die an den Enden eines Hirschgeweihs befestigt sind, geschossen. Das Geweih hängt auf einer mit Tannengrün besteckten Platte. Die Distanz beträgt zehn Meter mit dem Luftgewehr. Wer Hubertuskönig war, kann erst nach zehn Jahren wieder in diesem Wettbewerb antreten. Der Sieger erhält für ein Jahr einen Orden, der an einer Kette um den Hals getragen wird. Dieser Orden wurde 1965 von Heinrich Königshofen, dem damaligen Major des Zuges, für diesen Zweck gestiftet.

Einen ähnlichen Wettbewerb gab es in den 1930er Jahren: Damals lud Werner Schaurte die Scheibenschützen auf seinen Wohnsitz, die Lauvenburg in Kaarst, ein und veranstaltete dort ein Hubertusschießen, bei dem er an die Teilnehmer sogar eigens angefertigte Medaillen ausgab. Sicher zu belegen sind diese Schießen für die Jahre 1936, 1937 und 1938. Willy Rennefeld konnte bei dem Schießen 1937 eine Hubertus-Ehrenscheibe gewinnen, die er dann am 11. November 1971, seinem 85. Geburtstag, der Gesellschaft schenkte und die heute auf dem Schießstand hängt.

Bei den heutigen Hubertusschießen werden neben dem Hubertuskönig die Paul-Schmitz-Zinnkanne, der Heinz-Brings-Pokal und der Hermann-Straaten-Pokal sowie eine Jagdscheibe, eine Sonderscheibe und eine Glücksscheibe ausgeschossen.

Ein weiterer Wettbewerb des Dienstagskreises ist das Mini-Köbi- und Vize-Mini-Köbi-Schießen. Das Schießen um die Ehre des kleinen Jakobuskönigs, Mini-Köbi genannt, wird seit Ende der 1960er Jahre jeweils am ersten Dienstag nach dem Jakobusfest ausgetragen. Bis Ende der 1970er Jahre zogen die Teilnehmer mit „ihrem Mini-Köbi“ anschließend sogar durch das Obertor. Der Mini-Köbi trägt ein Jahr lang einen von Walter Kies gestifteten Orden an einer Kette. Der zweite Preisträger, der Vize-Mini-Köbi, wird mit einer Kette mit einer schweren Kupferplatte in Kleeblatt-form mit drei aufgesetzten verchromten Hufeisen ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, erfunden und erstellt von Egon Klotz, gilt als „der größte und schwerste Orden im gesamten Neusser Schützenwesen“. Beim Antreten des Zuges am Schützenfestsonntag zum Appell muss die Kette getragen werden, darf dann jedoch abgelegt werden.

Weitere feste Termine für die Dienstagsschützen sind das Weckmann- und Ostereierschießen. Daneben haben die Mitglieder des Dienstagskreises früher auch an Schützentreffen außerhalb von Neuss teilgenommen und sind zum Beispiel nach München oder Innsbruck gefahren.

Bis 1970 leitete Willy Nehr, der ursprüngliche Initiator, den Dienstagskreis. Anschließend übernahmen Paul Schmitz, Heinz Brings und Karl-Josef Moog  diese Aufgabe. Bis 2018 betreuten Max Fischer und Werner Holys das Treffen und wurden dabei unterstützt von Jürgen Drossard. Inzwischen haben  Bernd Jankowski, Horst Vossen und Axel Schultz Leitung und Organisation des Dienstagskreises übernommen.

Nachdem das Treffen anfangs vor allem als schießsportlicher Kreis begonnen hatte, ist er seit vielen Jahren auch ein Ort für geselliges Beisammensein und Kennenlernen geworden. Der Dienstagskreis ist kein zusätzlicher „Verein im Verein“, sondern ein offener Treffpunkt. Vor allem neue Mitglieder oder Männer, die erwägen Mitglied zu werden, können hier erste Kontakte knüpfen und schnell in angenehmer und lockerer Atmosphäre mit einen Teil ihrer Mitbrüder, welche sich gerne auch als „Der Harte Kern der Gesellschaft“ bezeichnen, bekannt werden.

Mit Läuten der Glocke des „Schievemannes“ wird der Dienstagskreis eröffnet.

Hubertusschießen des Dienstagskreises.

Die schwarzen Holzplättchen sind das Ziel, … so sie denn überhaupt gefunden werden.

Anfängliche Hinweise sind erlaubt. 

Die Leitung beim sammeln der Startgelder und der Auswertung der Schießergebnisse.

Unser Schützenbruder Sebastian Menzel-Rockenfeller, Oberleutnant des Grenadierzuges „Nötere Hahne“, ist unser „Vize-Mini-Köbi 2019“ und somit stolzer Träger des größten und schwersten Ordens im Neusser Schützenwesen.

An lauen Sommerabenden werden die Terrasse, sowie der Grill genutzt, …

… wobei man gerne auch mal die Zeit vergisst.

Kontakt zum Dienstagskreis

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